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Meldebestand: Definition, Formel und Beispiel

Der Meldebestand, auch Bestellpunkt genannt, ist der Lagerbestand, bei dem Sie nachbestellen, damit der Bestand die Wiederbeschaffungszeit überbrückt und ein Puffer übrig bleibt.

Von Berend Vrakking, Gründer von Product Metrics. Aktualisiert 28. Oktober 2026.

Meldebestand: Formel

Meldebestand = durchschnittlicher Absatz pro Tag × Wiederbeschaffungszeit in Tagen + Sicherheitsbestand

Der durchschnittliche Absatz pro Tag ist die Zahl der Stück, die Sie im Mittel täglich verkaufen. Die Wiederbeschaffungszeit sind die Tage von der Bestellung bis zum verkaufsfähigen Wareneingang. Der Sicherheitsbestand ist der zusätzliche Bestand für den Fall, dass die Nachfrage höher ausfällt oder die Lieferung später kommt. Runden Sie den Meldebestand auf ganze Stück auf.

Meldebestand: Rechenbeispiel

Rechenbeispiel für ein Produkt
SchrittWert
ProduktTrail Runner
Durchschnittlicher Absatz pro Tag20 Stück
Wiederbeschaffungszeit des Lieferanten16 Tage
Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit (20 × 16)320 Stück
Sicherheitsbestand bei einem Servicegrad von 95 %40 Stück
Meldebestand (320 + 40)360 Stück
Meldebestand mit der einfachen Methode für den Sicherheitsbestand (320 + 280)600 Stück

Bestellen Sie, sobald der Bestand des Trail Runner auf 360 Stück fällt. Bleibt der Absatz bei 20 Stück am Tag, liegen beim Wareneingang noch 40 Stück im Lager. Der Sicherheitsbestand stammt aus demselben Beispiel wie im Eintrag zum Sicherheitsbestand. Beispieldaten.

Wieder­beschaffungs­zeit: von der Bestellung bis zum Wareneingang

Die Wiederbeschaffungszeit beginnt mit der Bestellung und endet, wenn die Ware eingelagert und verkaufsfähig ist. Bestellen Sie am 3. März und ist die Ware am 19. März verfügbar, beträgt sie 16 Tage. Darin steckt mehr als der Transport: auch die Zeit, die der Lieferant für Produktion oder Kommissionierung braucht, und der Tag der Wareneingangsbuchung.

Wiederbeschaffungszeiten verschieben sich. Steigt sie beim Trail Runner von 16 auf 20 Tage, wächst der Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit auf 400 Stück (20 × 20) und der Sicherheitsbestand auf 45 Stück (1,645 × 6 × √20 = 44,14, aufgerundet 45). Der Meldebestand liegt dann bei 445 statt 360 Stück.

Warum ein Meldebestand für alle Produkte nicht funktioniert

Ein Meldebestand gehört zu einem Produkt, weil Tagesabsatz und Wiederbeschaffungszeit von Produkt zu Produkt verschieden sind. Eine feste Regel wie „bei 200 Stück nachbestellen“ ist für den Trail Runner zu spät, denn er braucht 360 Stück. Für eine Socke, die 60-mal am Tag verkauft wird, mit 9 Tagen Wiederbeschaffungszeit und 99 Stück Sicherheitsbestand, ist sie noch viel zu spät: Ihr Meldebestand liegt bei 639 Stück (60 × 9 + 99).

Für einen Winterstiefel mit 4 Verkäufen am Tag, 36 Tagen Wiederbeschaffungszeit und 30 Stück Sicherheitsbestand kommt die Regel dagegen zu früh: Sein Meldebestand liegt bei 174 Stück (4 × 36 + 30). Wer früher bestellt als nötig, bindet Kapital in Ware, die noch nicht gebraucht wird, und senkt die Lagerumschlagshäufigkeit.

Meldebestand, Lagerreichweite und Lagerumschlag

Die Lagerreichweite gibt an, wie viele Tage der heutige Bestand beim aktuellen Absatz reicht. Den Meldebestand in Tagen erhalten Sie, wenn Sie ihn durch den Tagesabsatz teilen: beim Trail Runner 360 ÷ 20 = 18 Tage. Sinkt die Lagerreichweite unter diese 18 Tage, ohne dass eine Bestellung unterwegs ist, haben Sie zu spät bestellt.

Die Lagerumschlagshäufigkeit blickt zurück: Wie oft hat sich der Bestand im vergangenen Jahr umgeschlagen? Ein passender Meldebestand mit einem passenden Sicherheitsbestand hält den Umschlag gesund, ohne dass ein Produkt häufig ausverkauft ist.

Meldebestand: häufiger Fehler

Den Meldebestand einmal festzulegen und ihm danach blind zu vertrauen. Tagesabsatz und Wiederbeschaffungszeit ändern sich beide, sodass ein Meldebestand, der im Frühjahr stimmte, im Herbst zu spät oder zu früh auslösen kann. Rechnen Sie ihn neu, sobald sich einer der beiden Werte verschiebt.

Meldebestand: häufige Fragen

Wie lautet die Formel für den Meldebestand?

Multiplizieren Sie den durchschnittlichen Tagesabsatz mit der Wiederbeschaffungszeit in Tagen und addieren Sie den Sicherheitsbestand. Bei 20 Stück am Tag, 16 Tagen Wiederbeschaffungszeit und 40 Stück Sicherheitsbestand liegt der Meldebestand bei 20 × 16 + 40 = 360 Stück.

Ist der Meldebestand dasselbe wie der Bestellpunkt?

Ja. Meldebestand, Bestellpunkt und Bestellbestand bezeichnen denselben Bestand, bei dem eine Bestellung ausgelöst wird. Das Verfahren dahinter heißt Bestellpunktverfahren. Der Mindestbestand ist dagegen meist ein anderes Wort für den Sicherheitsbestand.

Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?

Der Meldebestand ist der Bestand, bei dem Sie bestellen. Der Sicherheitsbestand ist ein Teil davon: die zusätzlichen Stück für den Fall, dass die Nachfrage höher ausfällt oder die Lieferung später kommt. Der andere Teil ist der erwartete Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit.

Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Bestelltermin?

Der Meldebestand ist eine Menge, der Bestelltermin der Tag, an dem Sie diese Menge voraussichtlich erreichen. Hat der Trail Runner heute 500 Stück auf Lager, erreicht er den Meldebestand in (500 − 360) ÷ 20 = 7 Tagen. Inventory Insights arbeitet mit Bestellterminen.

Nächster Schritt

Berechnen Sie den Meldebestand zuerst für die Produkte, die Sie am meisten verkaufen und die die längste Wiederbeschaffungszeit haben: Dort ist eine zu späte Bestellung am teuersten. Der Rechner ist auf Englisch und fragt Tagesabsatz, Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand ab.

  • Reorder point calculator (auf Englisch)Berechnet den Meldebestand aus Tagesabsatz, Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand oder leitet den Sicherheitsbestand aus einem Servicegrad ab.
  • Inventory Insights (auf Englisch)Rechnet pro Produkt aus dem erwarteten Absatz, der Lieferzeit und einem Sicherheitspuffer einen Bestelltermin aus. Ob Sie bestellen, entscheiden Sie selbst.

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