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Bruttomarge: Definition, Formel und Beispiel

Die Bruttomarge ist der Anteil am Umsatz ohne Umsatzsteuer, der nach Abzug des Wareneinsatzes übrig bleibt, angegeben in Prozent.

Von Berend Vrakking, Gründer von Product Metrics. Aktualisiert 28. Oktober 2026.

Bruttomarge: Formel

Bruttomarge = (Umsatz ohne MwSt. − Wareneinsatz) ÷ Umsatz ohne MwSt. × 100 %

Umsatz minus Wareneinsatz ist der Rohertrag, ein Betrag in Euro. Die Bruttomarge ist dieser Rohertrag als Prozentsatz des Umsatzes, auch Rohertragsquote genannt. Rechnen Sie Umsatz und Wareneinsatz ohne Umsatzsteuer. Der Wareneinsatz ist der Einkaufswert der verkauften Ware; Versand, Zahlungsgebühren, Retouren, Werbekosten und Fixkosten sind nicht darin enthalten. Was genau zum Wareneinsatz zählt, hängt von Ihrer Buchhaltung ab.

Bruttomarge: Rechenbeispiel

Rechenbeispiel für einen Monat, Beträge ohne MwSt.
SchrittWert
Umsatz ohne MwSt.50.000,00 €
Wareneinsatz30.000,00 €
Rohertrag (50.000,00 € − 30.000,00 €)20.000,00 €
Bruttomarge (20.000,00 € ÷ 50.000,00 €)40 %

Von jedem Euro Umsatz bleiben 0,40 € nach dem Wareneinsatz übrig. Das ist noch kein Gewinn: Versand, Zahlungsgebühren, Retouren, Werbekosten und Fixkosten gehen noch ab. Beispieldaten.

Marge und Aufschlag: derselbe Gewinn, ein anderer Prozentsatz

Marge und Aufschlag gehen vom selben Gewinn aus: Verkaufspreis minus Einkaufspreis. Die Marge teilt diesen Gewinn durch den Verkaufspreis, der Aufschlag durch den Einkaufspreis. Ein Produkt mit 60,00 € Einkaufspreis und 100,00 € Verkaufspreis ohne MwSt. bringt 40,00 € Gewinn: eine Marge von 40,00 € ÷ 100,00 € = 40 % und einen Aufschlag von 40,00 € ÷ 60,00 € = 66,7 %. Beispieldaten.

Umrechnen geht so: Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag) und Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge). Ein Aufschlag von 66,7 % ergibt 0,667 ÷ 1,667 = 40 % Marge. Ein Aufschlag von 50 % ergibt 0,50 ÷ 1,50 = 33,3 % Marge, und eine Marge von 40 % entspricht 0,40 ÷ 0,60 = 66,7 % Aufschlag. Die Marge ist also immer kleiner als der Aufschlag.

Bei Anzeigen zählt der Unterschied. Tragen Sie einen Aufschlag von 50 % dort ein, wo nach der Marge gefragt wird, ergibt sich ein Break-even-ROAS von 1 ÷ 0,50 = 2, während die echte Marge von 33,3 % einen Break-even-ROAS von 3 ergibt. Jeder Verkauf mit einem ROAS zwischen 2 und 3 kostet dann Geld, selbst wenn der Einkaufspreis Ihre einzigen Kosten wären.

Bruttomarge, Deckungsbeitrag und Nettomarge

Die Bruttomarge zieht nur den Wareneinsatz ab. Der Deckungsbeitrag zieht auch die übrigen variablen Kosten ab: Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und Retouren. Die Nettomarge zieht alle Kosten ab, auch Werbekosten, Personal, Miete, Zinsen und Steuern. Für denselben Monat sieht das so aus:

50.000,00 € Umsatz minus 30.000,00 € Wareneinsatz ergeben 20.000,00 € Rohertrag, eine Bruttomarge von 40 %. Nach 6.000,00 € für Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und Retouren bleiben 14.000,00 € Deckungsbeitrag, eine Deckungsbeitragsquote von 28 %. Nach 5.000,00 € Werbekosten, 5.500,00 € für Personal, Miete und Software sowie 500,00 € Zinsen und Steuern bleiben 3.000,00 € Nettogewinn, eine Nettomarge von 6 %. Beispieldaten.

Richten Sie Ihr Anzeigenziel an der Deckungsbeitragsquote aus: Der Break-even-ROAS liegt hier bei 1 ÷ 0,28 = 3,57. Mit der Bruttomarge kämen Sie auf 1 ÷ 0,40 = 2,5, zu niedrig, weil Versand, Zahlungsgebühren und Retouren fehlen. Die Nettomarge enthält die Werbekosten schon; ein Ziel auf ihrer Basis zählt sie doppelt.

Pro Produkt und für den ganzen Shop

Pro Produkt ist die Bruttomarge Verkaufspreis minus Einkaufspreis, geteilt durch den Verkaufspreis. Die Bruttomarge des Shops mittelt alle Produkte, gewichtet nach ihrem Umsatz, sodass ein einzelner Bestseller den ganzen Wert bestimmen kann.

Product Metrics arbeitet sofort mit dem ROAS und segmentiert Ihre Produkte nach ihrer Rendite im Verhältnis zu Ihrem Ziel. Binden Sie Ihre Margen an, wechseln Sie zum POAS, dem Gewinn auf Werbekosten.

Bruttomarge: häufiger Fehler

Das ROAS-Ziel an der Bruttomarge ausrichten. Sie lässt Versand, Zahlungsgebühren und Retouren außen vor, sodass der Break-even-ROAS zu niedrig ausfällt und Produkte, die Geld kosten, profitabel wirken.

Bruttomarge: häufige Fragen

Wie lautet die Formel für die Bruttomarge?

Umsatz minus Wareneinsatz, geteilt durch den Umsatz, mal 100 %. Bei 50.000,00 € Umsatz und 30.000,00 € Wareneinsatz sind das 20.000,00 € ÷ 50.000,00 € = 40 %.

Was ist der Unterschied zwischen Rohertrag und Bruttomarge?

Der Rohertrag ist ein Betrag: Umsatz minus Wareneinsatz, etwa 20.000,00 €. Die Bruttomarge ist dieser Betrag als Prozentsatz des Umsatzes, etwa 40 %.

Rechnet man die Bruttomarge mit oder ohne MwSt.?

Ohne. Die Umsatzsteuer, die Ihre Kunden zahlen, führen Sie an das Finanzamt ab; sie ist kein Umsatz. Rechnen Sie Umsatz und Einkaufspreis beide ohne MwSt., sonst wirkt die Marge höher, als sie ist.

Was ist der Unterschied zwischen Bruttomarge und Deckungsbeitrag?

Die Bruttomarge zieht nur den Wareneinsatz ab. Der Deckungsbeitrag zieht auch Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und Retouren ab. Im Beispiel liegt die Bruttomarge bei 40 % und die Deckungsbeitragsquote bei 28 %.

Nächster Schritt

Berechnen Sie Marge und Aufschlag aus Ihrem Einkaufs- und Verkaufspreis, und richten Sie Ihr Anzeigenziel dann am Deckungsbeitrag statt an der Bruttomarge aus.

  • Marge berechnenBerechnet Marge, Aufschlag, Gewinn und Verkaufspreis und rechnet Marge und Aufschlag ineinander um.
  • Deckungsbeitrag berechnenDie Marge nach Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und Retouren, mit dem Break-even-ROAS.

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