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Deckungsbeitrag: Definition, Formel und Beispiel

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, den ein Verkauf nach seinen variablen Kosten wie Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren und Retouren übrig lässt, um Fixkosten und Werbung zu bezahlen.

Von Berend Vrakking, Gründer von Product Metrics. Aktualisiert 28. Oktober 2026.

Deckungsbeitrag: Formeln

Deckungsbeitrag = Umsatz ohne MwSt. − variable Kosten · Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Umsatz ohne MwSt.

Rechnen Sie mit dem Umsatz ohne Umsatzsteuer: Die MwSt. führen Sie ab, sie ist kein Umsatz. Variable Kosten sind die Kosten, die jede Bestellung mitbringt: Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und Retouren. Fixkosten wie Miete, Gehälter und Software bleiben außen vor, Werbekosten ebenfalls: Der Deckungsbeitrag ist der Betrag vor Werbung. Welche Kosten als variabel gelten, legt jedes Unternehmen selbst fest. Nennen Sie deshalb immer, was abgezogen ist.

Deckungsbeitrag: Rechenbeispiel

Rechenbeispiel für eine Bestellung, Beträge ohne MwSt.
PostenBetrag
Bestellwert ohne MwSt.100,00 €
Wareneinsatz (Einkaufspreis des Produkts)−45,00 €
Versand−5,00 €
Zahlungsgebühren−3,00 €
Verpackung und Kommissionierung−2,00 €
Retourenrückstellung (10 % der Bestellungen × 20,00 € je Retoure)−2,00 €
Variable Kosten gesamt57,00 €
Deckungsbeitrag (100,00 € − 57,00 €)43,00 €
Deckungsbeitragsquote (43,00 € ÷ 100,00 €)43 %

Jede Bestellung lässt 43,00 € für Werbung und Fixkosten übrig. Der Break-even-ROAS ist 1 ÷ 0,43 = 2,33: Darunter kosten die Anzeigen mehr, als die Bestellung einbringt. Beispieldaten.

Vor und nach Werbekosten

Der Deckungsbeitrag im Beispiel ist vor Werbekosten gerechnet. So gehört es sich auch: Break-even-ROAS und POAS stellen genau diese 43,00 € den Werbekosten gegenüber. Ziehen Sie die Werbekosten vorher ab, zählen Sie sie doppelt.

Was nach der Werbung übrig bleibt, rechnen Sie getrennt. Bei einem ROAS von 4 kostet diese Bestellung 25,00 € Werbung (100,00 € ÷ 4), und es bleiben 43,00 € − 25,00 € = 18,00 € für die Fixkosten. Bei einem ROAS von 2 sind es 50,00 € Werbung und 7,00 € Verlust auf die Bestellung. Beispieldaten.

Variable Kosten und Fixkosten

Variable Kosten steigen und fallen mit der Zahl der Bestellungen: Jede zusätzliche Bestellung bringt ihren eigenen Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und ein Retourenrisiko mit. Retouren rechnen Sie als Rückstellung über alle Bestellungen: Retourenquote mal Kosten einer Retoure für Rückversand, Bearbeitung und abgeschriebenen Warenwert.

Fixkosten bleiben innerhalb eines Monats gleich, egal wie viel Sie verkaufen: Miete, Gehälter, Software mit festem Preis. Sie werden aus der Summe aller Deckungsbeiträge bezahlt. Bei 15.000,00 € Fixkosten im Monat und 43,00 € je Bestellung brauchen Sie 349 Bestellungen, um die Fixkosten zu decken (15.000,00 € ÷ 43,00 € = 348,8, aufgerundet). Beispieldaten.

Deckungsbeitrag I, II und III

In der klassischen stufenweisen Deckungsbeitragsrechnung ist der Deckungsbeitrag I der Umsatz minus alle variablen Kosten. Die weiteren Stufen ziehen Fixkosten ab, die sich einem Produkt (DB II) oder einer Produktgruppe (DB III) direkt zuordnen lassen.

Viele Onlinehändler stufen anders: DB 1 = Umsatz − Wareneinsatz, DB 2 = DB 1 − Versand, Zahlungsgebühren, Verpackung und Retouren, DB 3 = DB 2 − Werbekosten. Im Beispiel sind das 55,00 €, 43,00 € und bei einem ROAS von 4 noch 18,00 €. Die Stufen sind nicht genormt. Klären Sie deshalb, welche Definition gemeint ist, bevor Sie Zahlen vergleichen.

Abgrenzung zu Bruttomarge und Nettomarge

Die Bruttomarge zieht nur den Wareneinsatz vom Umsatz ab. Im Beispiel sind das (100,00 € − 45,00 €) ÷ 100,00 € = 55 %, gegenüber einer Deckungsbeitragsquote von 43 %. Setzen Sie Ihr Anzeigenziel auf die Bruttomarge, liegt der Break-even-ROAS bei 1 ÷ 0,55 = 1,82 und damit zu niedrig: Bei jedem ROAS zwischen 1,82 und 2,33 verliert diese Bestellung Geld.

Die Nettomarge zieht alle Kosten ab, auch Werbekosten und Fixkosten, und gilt für das ganze Unternehmen. Ein Anzeigenziel auf Basis der Nettomarge zählt die Werbekosten doppelt. Die Deckungsbeitragsquote liegt zwischen beiden und ist die Marge, an der Sie Anzeigen pro Produkt ausrichten.

Pro Produkt statt als Durchschnitt

Wareneinsatz, Versandgewicht und Retourenquote unterscheiden sich je Produkt. Zwei Produkte mit demselben Preis können deshalb einen ganz anderen Deckungsbeitrag haben und damit einen anderen Break-even-ROAS. Eine Deckungsbeitragsquote für den ganzen Shop mittelt sie zu einem Wert, den kein Produkt hat.

Product Metrics arbeitet sofort mit dem ROAS und segmentiert Ihre Produkte nach ihrer Rendite im Verhältnis zu Ihrem Ziel. Binden Sie Ihre Margen an, wechseln Sie zum POAS, dem Gewinn auf Werbekosten, bei dem 1 der Break-even ist.

Deckungsbeitrag: häufiger Fehler

Nur den Wareneinsatz abziehen. Versand, Zahlungsgebühren und Retouren fallen bei jeder Bestellung an, ob sie in Ihrer Tabelle stehen oder nicht. Fehlen sie, wirkt der Deckungsbeitrag höher, und der Break-even-ROAS fällt zu niedrig aus.

Deckungsbeitrag: häufige Fragen

Wie lautet die Formel für den Deckungsbeitrag?

Umsatz ohne MwSt. minus variable Kosten. Teilen Sie das Ergebnis durch den Umsatz ohne MwSt., erhalten Sie die Deckungsbeitragsquote. Im Beispiel: 100,00 € − 57,00 € = 43,00 €, und 43,00 € ÷ 100,00 € = 43 %.

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Deckungsbeitragsquote?

Der Deckungsbeitrag ist ein Betrag in Euro, im Beispiel 43,00 € je Bestellung. Die Deckungsbeitragsquote, auch Deckungsbeitragssatz genannt, ist dieser Betrag als Anteil am Umsatz, im Beispiel 43 %. Pro Stück spricht man vom Stückdeckungsbeitrag.

Gehören Werbekosten zu den variablen Kosten?

Nicht für den Deckungsbeitrag, mit dem Sie Break-even-ROAS oder POAS rechnen. Beide stellen den Deckungsbeitrag den Werbekosten gegenüber. Wenn Sie das Ergebnis nach Werbung sehen wollen, ziehen Sie die Werbekosten getrennt ab.

Wie kommt man vom Deckungsbeitrag zum Break-even-ROAS?

Teilen Sie 1 durch die Deckungsbeitragsquote als Dezimalzahl. Bei 43 % sind das 1 ÷ 0,43 = 2,33. Liegt Ihr ROAS darüber, bleibt nach der Werbung Geld übrig; liegt er darunter, kostet die Werbung mehr als der Deckungsbeitrag.

Nächster Schritt

Rechnen Sie den Deckungsbeitrag für Ihre meistverkauften Produkte aus, mit Ihren eigenen Einkaufspreisen, Versandkosten, Zahlungsgebühren und Retourenquoten. Der Rechner rechnet auch die MwSt. heraus und liefert den Break-even-ROAS dazu.

  • Deckungsbeitrag berechnenBerechnet Deckungsbeitrag, Deckungsbeitragsquote und Break-even-ROAS pro Bestellung aus Preis, MwSt. und variablen Kosten.
  • ROAS berechnenRechnet Ihre Marge in den Break-even-ROAS pro Produkt um.

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